Bil­dungs­mi­nis­ter Cem Özd­emir for­dert ein Ende der Nai­vi­tät gegen­über Isla­mis­ten in Poli­tik und Gesell­schaft

Im Interview mit dem Tagesspiegel am 20. März 2025 äußert sich Cem Özdemir (Grüne) zur Bedrohung durch den Politischen Islam. Der scheidende Bildungsminister benennt Defizite in der Islamismusprävention, kritisiert den Islamunterricht und den Umgang mit islamischem Antisemitismus an Schulen.

Özd­emir plä­diert für ein kon­se­quen­tes Han­deln gegen den Poli­ti­schen Islam. Deutsch­land müs­se auf­hö­ren, sich »fast schon dank­bar hin­ter die Fich­te füh­ren« zu las­sen. Die Aus­sa­gen des Minis­ters könn­ten als Weck­ruf ver­stan­den wer­den – auch im Hin­blick auf die der­zeit lau­fen­den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen nach der Bun­des­tags­wahl 2025.

Miss­stän­de beim Islam­un­ter­richt an öffent­li­chen Schu­len

»Ich weiß, dass Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten nach unse­rem Grund­ge­setz ein Recht haben, kon­fes­sio­nel­len Reli­gi­ons­un­ter­richt zu ertei­len. Aber die Vor­aus­set­zun­gen müs­sen sie doch erfül­len! Es wird breit dar­über hin­weg­ge­se­hen, wenn das nicht der Fall ist, man lässt sich beim isla­mi­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt fast schon dank­bar hin­ter die Fich­te füh­ren und von wert­lo­sen Bekun­dun­gen über­zeu­gen.«

Isla­mi­sche Pre­dig­ten sind kein rei­nes Sprach­pro­blem

»Mitt­ler­wei­le unter­rich­ten oder pre­di­gen Ima­me auf Deutsch und Ditib bil­det in Deutsch­land aus. Aber das Pro­blem ist doch nicht die Spra­che. Das Pro­blem ist der Inhalt. Eini­ge der schlimms­ten isla­mi­schen Pre­di­ger pre­di­gen auf Deutsch. Die Poli­tik sagt aber: Alles fin­det auf Deutsch statt, das Pro­blem ist gelöst, nächs­tes The­ma bit­te. Ich könn­te ver­zwei­feln über die­ses erschre­ckend hohe Maß an Unkennt­nis.«

Deut­sche Islam­kon­fe­renz (DIK)

»Da wer­den häu­fig die völ­lig fal­schen Leu­te hofiert und jeder Minis­ter erfin­det das Rad neu.«
»Das letz­te Mal, dass da auf hohem Niveau gear­bei­tet wur­de, war unter Minis­ter Wolf­gang Schäub­le.«

Hamas und ideo­lo­gi­sche Ver­blen­dung

»Es erfor­dert sehr viel Mut, sich in Gaza gegen die Hamas aus­zu­spre­chen. Ich zie­he mei­nen Hut vor denen, die sich dem Hass ent­ge­gen­stel­len und nach einem ande­ren Weg suchen. Wir sehen nur das, was die Hamas uns sehen las­sen will. Die Hamas mani­pu­liert und benutzt die paläs­ti­nen­si­sche Bevöl­ke­rung für ihre radi­kal­is­la­mi­sche Ideo­lo­gie. Sie miss­braucht Paläs­ti­nen­ser als mensch­li­che Schutz­schil­de oder zur Finan­zie­rung ihrer Bank­kon­ten.«

Anti­se­mi­tis­mus und Schutz jüdi­scher Schü­ler

»Kein Mensch kommt als Anti­se­mit auf die Welt, son­dern die Kin­der wer­den dazu erzo­gen. Wir haben in Schu­len teil­wei­se die Situa­ti­on, dass jüdi­sche Kin­der zu ihrem Schutz aus den Klas­sen genom­men wer­den müs­sen. Wir soll­ten das Prin­zip umdre­hen. Wenn Eltern mit anti­se­mi­ti­schem Zeug ihre Kin­der agi­tie­ren, müs­sen die Eltern an die Schu­len zitiert wer­den. Im Zwei­fels­fall muss das Kind gehen, das sich anti­se­mi­tisch ver­hält. Wir sind ja gera­de im Fas­ten­mo­nat Rama­dan: Was im Übri­gen auch nicht geht, ist, dass Jugend­li­che, die nicht fas­ten, unter Druck ste­hen. Jeder­mann muss mit der Kip­pa sicher durch Neu­kölln kom­men. Frau­en müs­sen sich im Mini­rock über­all sicher bewe­gen kön­nen und schwu­le oder les­bi­sche Pär­chen über­all Händ­chen hal­tend lau­fen kön­nen. Solan­ge das nicht der Fall ist, haben wir in Deutsch­land ein Pro­blem.«

➡️ Wei­ter­le­sen im Tages­spie­gel (Bezahl­schran­ke): Anti­se­mi­tis­mus an Schu­len: Bil­dungs­mi­nis­ter Özd­emir for­dert här­te­re Kon­se­quen­zen gegen Schü­ler